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Lost + Found

Lost + Found

2014

Multimedia Installation als Ergebnis eines Projektes mit Beteiligung von einundvierzig Menschen über siebzig Jahre

Ausstellungsansicht: Galerie GUM, Bielefeld

“Was in Ihrem Leben haben Sie verloren?” und “Was haben Sie gefunden?” –  diese beiden Fragen stellte die Künstlerin Menschen im Alter von über 70 Jahren. Innerhalb eines Jahres besuchte sie einundvierzig Menschen zuhause, und es wurden ausführliche, intensive und sehr unterschiedliche Gespräche geführt. Im Prozess des Erzählens, Zuhörens und Nachfragens entstand auch eine Verdichtung von Lebenserfahrungen. So konnte auf die beiden Fragen nach dem Gefundenen und Verlorenen schließlich mit nur einem Wort geantwortet werden. Die Künstlerin bat die Befragten, ihr Wort für das im Lebenslauf Verlorene mit der Hand aufzuschreiben. Die schreibende Hand wurde dabei gefilmt. Dann blickten die Beteiligten in die Kamera und sprachen ihr Wort für das Gefundene aus. Aus diesem Schrift- und Videomaterial entwickelte Gabriele Undine Meyer die Installation. Es entsteht ein spannungsvolles Zueinander von Schriftzeichen und persönlichem Sprechen. In der Verdichtung in Sprache und Bild wird die Lebenserfahrung der Beteiligten zu einer poetischen Aussage. Sie ist ganz persönlich und wird doch allgemein. Das Video wird ergänzt durch eine Installation mit verschiedensten Stofftaschentüchern. Auf jedes der Taschentücher ist mit schwarzem Garn einer der Begriffe gestickt, den die Befragten für ihr Verlorenes gefunden haben. Die beiden Elemente des Videos und der Taschentücher-Installation bilden einen Raum im Raum, in dem die Bilder sprechen und das Gesagte nachwirken kann.

Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker, Universität Hamburg

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