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Transit

Transit

2012

ortsbezogene Multimedia Installation im Dialog mit dem Werk Felix Nussbaums

Werke Felix Nussbaums, kuratiert durch die Künstlerin, Videoprojektion,

280 Pässe, nach Zufallsprinzig gestempelt, in einer Edition von 30 als Gabe für die Ausstellungsbesucher*innen

Ausstellungsansichten: Felix Nussbaum Haus, Osnabrück​

Vielleicht hat Gabriele Undine Meyer bei der Konzeption der Ausstellung auch an den 1944 erstmals erschienenen Roman von Anna Seghers gedacht. Auch er heißt "Transit". (...) Die schlagartige Veränderung des eigenen Alltags gerade und zuerst für die jüdischen Deutschen – der Zwang zum Transit in ein neues Leben, das musste Felix Nussbaum wie Tausende andere brutal erleben. Anna Seghers macht uns darauf aufmerksam. (...) Seghers "Transit" verweist auch auf die Möglichkeiten des Übergangs, der Passage – auf die Möglichkeiten, in denen der Transit gelingt, hinausführt aus dem faschistischen Totalitarismus der 1940er Jahre – in eine andere Welt.

Felix Nussbaum ist eine solche Passage, ein Transit aus dem faschistischen Europa nicht gelungen, für ihn hat er sich nicht geöffnet – sein Transit hat in Auschwitz geendet.

Die zentrale Aussage, die Gabriele Undine Meyer mit ihrer Multimedia-Installation macht, kann daher nicht diejenige über die Ziele des Transit, des Übergangs und der Passage sein – sondern die des Lebens, des Alltags, des Hoffen und Verzweifeln im Transit selbst. (...) 

Ihre beeindruckende Multimedia-Installation stellt Fragen an uns als Betrachter, ruft uns an als diejenigen, denen zwar die Projektionswand im Weg steht, denen es dann aber doch ein leichtes ist, an ihr vorbeizugehen. Doch wir sollen nicht einfach vorbei gehen – die Künstlerin will unseren Blick auf das Meer lenken, zu Nussbaums Bildern und zurück. Sie will unseren Blick weiten, auf die historischen wie die heutigen Transitbewegungen. Aus der Perspektive afrikanischer Migrant*innen erscheint dann auf einmal der scheinbar unveränderte Horizont des Meeres, dem dich die Migrant*innen im Transit nicht entziehen können.

Auszüge aus der Einführung in die Ausstellung Gabriele Undine Meyer | Transit im Felix Nussbaum Haus 2012 von Prof. Dr. Fabian Kessl, Universität Wuppertal 

(Der komplette Text ist als pdf-Datei über das Symbol auf dieser Seite abrufbar.)