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 Ich baue ein Haus auf dem Atlantik 

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Ich baue ein Haus auf dem Atlantik 

2007

ortsbezogene Installation

Holz aus Abbruchhäusern, Naturkautschuklatex, Pigment

variable Maße

Ausstellungsansicht: Kunstverein Oerlinghausen (alte Synagoge)

Ihre Installationen sind immer sowohl taktile wie fragile Kompositionen, das heißt, ihre Oberflächen bieten Reibungsansätze, Verletzungen, Verstörungen. Sie sind fast spürbare, Material gewordene Empfindsamkeit. Hat man aber ihre Quellen erschlossen, hat man sie also befragt, offenbaren sie aufgrund ihrer bestürzend wahrhaftigen künstlerischen Konzeption eine zweite, darunter liegende Sinnliche. Und darum geht es letztlich immer, nämlich in welchem Qualitätsverhältnis stehen Intention und ausgeführte Arbeit. 

Für ihre neueste Installation hat Meyer arme Materialien gewählt, wertlose Abbruchhölzer, wehrhaft zersplittert. Sie haben sich ihrer ursprünglichen Realität entäußert. Aus der Dekonstruktion ist eine vielschichtige Konstruktion entstanden. Voller Unruhe und Untiefen, zum Betreten, gar Wohnen ungeeignet, gefährlich wie Wellenbrecher und Springfluten. 

Die kleinen Häuser sind zum einen symbolträchtige Metaphern für Geborgenheit und Zuhause-sein. Zum anderen zeigen sie sich in anrührender Haltlosigkeit auf diesem schwankenden Bretterfeld, einsturzgefährdet, sich wenn sie sich trotzig an einen Grund zu klammern scheinen.

Tatsächlich geht es konkret um jene zwei Oberflächen, die miteinander imDialog stehen. Und da genau begegnen wir Gabriele Undine Meyer, deren materialgewordene Formulierung mit eindringlicher Intensität ein Bild von Aufbruch und Scheitern entworfen hat.

Auszüge aus der Einführung in die Ausstellung "Ich baue ein Haus auf dem Atlantik" im Kunstverein Oerlinghausen, 2007 von Gisela Burkamp, Kuratorin und Künstlerische Leiterin, Kunstverein Oerlinghausen

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