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 Me, Myself, Poosie and I 

Me, Myself, Poosie and I

2010

Multimedia Installation

variable Maße

Die in den karibischen West-Indies geborene Blues und Rocksängerin John Armatrading veröffentlichte 1980 ein Album mit dem Titel "Me - Myself - I". Einer der auf dieser Platte veröffentlichten Titel heißt "All the way from America" – ein Lied über eine verzweifelte Liebe, die anruft aus Amerika. Es ist nicht nur die unglückliche Liebe, die Joan Armatrading hier besingt, sondern eben auch die Liebe aus der neuen Welt - aus dem "Promised Land". Armatrading und Gabriele Undine Meyer sind fast derselbe Jahrgang, vor allem aber klingt auch durch "Me, Msyelf, Poosie and I" die Sehnsucht aus und nach der neuen Welt. Nicht ein Geliebter oder eine Geliebte, die nie erscheint – real oder nur eingebildet, wie bei Armatrading – ist Thema in der Installation, sondern ein wirklicher Besuch, ein realer Gast aus den USA: (die Puppe) Poosie, die im Dialog Meyer befragt nach ihrer Sehnsucht nach der neuen Welt. 

Poosie, die Puppe wird in "Me, Myself, Poosie and I" zur "wirklichen Person". Poosie und Gabriele Undine Meyer begegnen sich zum ersten Mal am 23. November 1963,  von diesem Tag ist daher auch der Zeitung-Reprint. Einen Tag nach Kennedys Ermordung treffen sie im niederrheinischen Rheydt aufeinander, wo Gabriele Undine Meyer mit ihren Eltern lebt. Poosie kommt nach Deutschland, wie (das amerikanische Mädchen) in Ruth Hoffmanns dreibändigen Kinderbüchern, die in den fünfziger Jahren im Nachkriegsdeutschland erschienen sind. Im Unterschied zur literarischen Poosie erzählt uns Gabriele Undine Meyer hier eine Geschichte, in der die Puppe zu ihrer Türöffnerin in die neue Welt wurde. Mit ihrem Erscheinen in einer wahrlich welthistorisch Phase scheint sich die Welt des Kindes mit einem Schlag geöffnet zu haben. Davon erzählt die zentrale Arbeit dieser Ausstellung "Kinderzimmer".

Auszüge aus der Einführung in die Ausstellung "Me, Myself, Poosie and I" in der Galerie GUM 2010 von Prof. Dr. Fabian Kessl, Universität Wuppertal

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